Die Geschichte von Blankenstein

Auf den unbewaldeten, kahlen Felsrücken liess Graf Adolf von der Mark die Burg aus Ruhrsandstein ab 1227 errichten. Zuvor war bei Hattingen die Burg des Grafen Friedrich von Isenberg geschleift worden. Dies geschah als Strafe für die Ermordung des Kölner Erzbischofs Engelbert von Berg im Jahr 1225 bei Gevelsberg.

Graf Friedrich von Isenberg war einer der Anführer der westfälischen Rebellen gegen den Kölner Erzbischof. Er wurde nach der Tat durch Reichsacht geächtet, gefangen genommen und in Köln hingerichtet. Steine der Isenburg sollen dann beim Bau der Blankensteiner Burg verwendet worden sein Am Festtag des heiligen Pankratius, am 12. Mai 1227, soll der Burgdroste Ludolf von Boenen den Grundstein zum mächtigen Bergfried ( Burgturm ) der Burg Blankenstein gelegt haben. Sie war angelegt als strategisch wichtige Festung und verfügte laut archäologischen Befunden und Urkunden in den ersten Jahrhunderten über insgesamt drei mächtige Türme. Das waren der Bergfried, der " ronde " ( runde ) Turm und der Graf Engelbert Turm. Die Grundsteinlegung zum Bergfried gilt als Datum der Ortsgründung, da mit dieser Baumassnahme auch vermutlich die Besiedlung im Schatten der Burg einsetzte. Es ist nicht eindeutig geklärt, ob der noch stehende, mächtige Turm oder der " runde Turm " der erste Bergfried war.
Die Anlage der Burg als Wehrfeste war begründet. Bereits 1230 setzten die ersten Erbfehden mit den isenbergschen Junggrafen ein. Als im April 1263 kölnische Reiter das nahe Dorf Hatneggen ( Hattingen ) brandschatzten, verjagte der Blankensteiner Burgdroste Bern Bitter die räuberische Soldateska. 1388 waren Burgmannen aus Blankenstein bei der Fehde zwischen Dortmund und den kölnischen Truppen auf Seiten des märkischen Heeres dabei.
Der Droste war Herr der Burg im Auftrag der Grafen von der Mark. Deren Hauptsitz war die Burg Altena im Lennetal. Der Name " Märkischer Kreis " für das vordere Sauerland, geht auf diese Grafen zurück. Ihr Wappen, der rotsilberne Schachbalken auf goldenem Grund, ziert auch bis heute viele Stadtwappen im Bereich des mittleren Ruhrgebietes, wie z. B. Hamm, Wattenscheid, anderer Städte und Gemeinden und das Wappen des Ennepe - Ruhr - Kreises. Die Drosten, später Amtmänner, waren verantwortlich für die weltlichen Dinge der Verwaltung. Die Rentmeister waren in späterer Zeit zuständig für die Finanzen.
Durch politische und familiäre Entwicklungen fiel die Grafschaft Mark und somit auch Blankenstein an das Herzogtum Jülich - Kleve - Berg und im weiteren Verlauf an Preussen.
Kernbereich der ersten Ansiedlung vor der Burg im Bereich der Vorburg war die Burgfreiheit, die heutige Freiheit. Nach Westen hin, in Richtung kath. Kirche, schützte ein Wall mit bewachtem Tordurchgang die Ansiedlung. Der Wall befand sich ungefähr in der Höhe der Häuser Burgstrasse Nr. 8 + Nr. 10. Das Haus Nr. 10 hiess bei den alten Bürgern des 19. Jhdts. noch, " Schriewer an der Porte." Ungefähr dort befand sich wohl das Tor zur Vorburg.
 

Die Burg wurde im 17. Jhdt. ab 1662 " rasiert " d. h. abgetragen auf Betreiben der Herren von Syberg, deren Eigentum Haus Kemnade war. Teile der Wasserburg Kemnade wurden mit Steinen von Blankenstein erbaut bzw. nach einem Brand wiederhergestellt.Bis zum Anfang des 15. Jhdts. blieb der Ort auf den Bereich der Alten Freiheit also hinter dem Wall beschränkt. 1420 wurde die erste Bebauung ausserhalb urkundlich erwähnt. An der Westgrenze des Marktplatzes, ungefähr in Höhe von Marktplatz Nr.19, enstand das " Nyehuyß " von Arnd Kremer. Bereits 1355 wurden durch Graf Engelbert III von der Mark, Blankensteiner Privilegien schriftlich bestätigt. Seit 1335 verfügte die Freiheit Blankenstein über eine eigene Gerichtsbarkeit. Einmal im Jahr zu Pfingsten wurde unter der Marktlinde Ting - oder Pflichttag gehalten. Nach der Eröfnung mit dem Friedensgebot, wurden Rechte und Pflichten der Bürger verlesen. Jeder kannte also die Regeln des Zusammenlebens. Marktrechte werden 1594 bestätigt durch den Herzog Johann Wilhelm von Kleve. Sie müssen aber schon lange zuvor fester Bestandteil des Ortsgeschehens gewesen sein. Vermutlich geht die erste Markterlaubnis auf Herzog Adolf III zurück am Beginn des 15. Jhdts. Zeitlich festgelegt waren die Markttage mit den Festen der für den Ort wichtigen Heiligen, d. h. St. Johannes. Baptist am 24. Juni, St. Katharina am 28. Nov.

In diesen Jahrhunderten des Wachsens der politischen Gemeinde, erwählten sich die Bürger der Freiheit den Märtyrer St. Sebastian zum Stadtpatron. Ein Siegel aus dem 17. Jhdt. mit dem Bild des von Pfeilen durchbohrten Heiligen, ist noch vorhanden. Das erste Rathaus wurde vermutlich im 16. Jhdt errichtet. Es war ein sehr schlichter Bau, in dem nun die Pflichttage und Versammlungen stattfanden. Es hat ungefähr dort gestanden, wo jetzt die kath. Pfarrkirche steht. Am zweiten Pfingsttag 1665 brannte der Ort restlos nieder. Das Rathaus nahm Schaden und wurde als Folge von Streitigkeiten der Nachreformationszeit der kath. Gemeinde überlassen. Diese legte das baufällig gewordene Gebäude nieder und erbaute 1794 die Kirche aus Ruhrsandstein.



Quellen: Ruhruniversität Bochum / Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik,
Dr. Detlef Richter
Zeitschrift : GEOTECHNIK, Essen 1988
Zeitschrift : Berichte der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft
Festschrift Alt - Blankenstein / Ein Heimat - und Festbuch zur 700 Jahrfeier 1927
Verfasser : H. Wefelscheid und A. Weiß
Festschrift: 750 Jahre Blankenstein / Ein Heimat - und Festbuch
( Dr. F. Wengeler)